Problematik

Nach der Diagnose des Tumors wurde Renato im onkologischen Zentrum in Porto (IPO) untersucht. Die Behandlungsmöglichkeiten wurden von einem Expertenteam evaluiert, dessen Vorsitz Herr Dr. J. Guimarães dos Santos inne hatte. Die Prognosen und Erfolgsaussichten waren sehr eingeschränkt und ließen nicht viel Hoffnung auf Heilung zu.

Die Eltern beschlossen weitere Meinungen von führenden ausländischen onkologischen Zentren einzuholen. Hierbei haben Sie festgestellt, dass im speziellen Fall die onkologische Abteilung der Uni-Klinik Münster führend in der Behandlung dieses Typs ist. Sie wurden vorstellig bei Prof. Dr. W. Winkelmann.

In Münster wurde dann vorgeschlagen, eine Resektion des Tumors mit anschließender plastischer Rotation (BIIIa) vorzunehmen. Hierbei wird der Fuß des Patienten als Knieersatz implantiert und ermöglicht eine bessere Applikation der Prothese. Weiterhin sollten die Lungenmetastasen entfernt werden und postoperativ eine Chemotherapie gemäß Protokoll POG 9450 durchgeführt werden. Das Ärzteteam eröffnete den Eltern eine weitaus bessere Prognose. Zudem wird diese Operation fast ausschließlich in Münster durchgeführt. Die Erfahrungswerte gewährleisten eine höhere Erfolgsquote.

Die Eltern konfrontierten das portugiesische Zentrum für Onkologie mit dieser Situation. Der Leiter der Onkologie teilte den Eltern schriftlich mit, dass es sich hierbei um einen mehrfach beschriebenen und anerkannten Eingriff handele, dieser jedoch im IPO noch nicht praktiziert wird.

Die Eltern trafen somit die Entscheidung Renato hier in Münster behandeln zu lassen. Hierfür mussten sie mit 40.000 € in Vorleistung gehen. Sie verkauften ihr Auto und alle sonstigen Wertgegenstände um diese Summe aufbringen zu können und die Behandlung so schnell wie möglich zu beginnen.

Seitdem hat die portugiesische Krankenkasse noch keine Zahlungen geleistet. Für eine Behandlung im Ausland müssen zwei ärztliche Gutachten vorliegen, die bestätigen, dass ein Eingriff im Herkunftsland nicht möglich ist. Fakt ist, dass diese Operation in dieser Form weder im onkologischen Zentrum in Porto, noch in Lissabon durchgeführt wird. Die Folge ist, dass die Krankenkasse und der IPO sich gegenseitig den "schwarzen Peter" zuschieben und die Verantwortung für die fehlende Kostenübernahme von sich weisen.

Nach  nunmehr sechs Monaten hat die Krankenkasse immer noch keine Zahlungen geleistet und die eigenen finanziellen Mittel der Eltern sind erschöpft. Sollten nicht ausreichend Spendengelder fließen, wird die Behandlung unterbrochen werden müssen, da die Zahlungen in Vorleistung erbracht werden müssen. Die guten Prognosen für die Heilung Renatos wären somit nicht aufrecht zu erhalten.